Rücktritt von Oliver Stegemann – Quo vadis Nicht-Olympische Verbände?

Mit großem Bedauern hat die Sprechergruppe der Nicht-Olympischen Verbände (NOV) im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zur Kenntnis genommen, dass Oliver Stegemann seine Position im DOSB-Präsidium aufgegeben hat. Es scheint nicht gelungen zu sein, die von ihm vertretenen Auffassungen in Übereinstimmung mit der strategischen Ausrichtung des DOSB zu bringen. Auch hat es wohl kein erkennbares Bemühen gegeben, ihn als wichtiges Glied und Integrator der sportlichen Vielschichtigkeit in den Reihen des obersten Organs des deutschen Sports zu halten. Damit verliert die nichtolympische Verbändegruppe, die immerhin ca. 40 Prozent der Spitzenverbände im DOSB stellen und die ein früherer NOK-Präsident zutreffend als „die Kornkammer des olympischen Sports“ gewürdigt hat, einen engagierten, konstruktiven, stets um Konsens bemühten Fürsprecher im DOSB-Präsidium.

Oliver Stegemann hatte es sich zur Aufgabe gemacht und war, als sich die Chance dafür bot, maßgeblich daran beteiligt, die World Games, die bedeutendste internationale Multi- Sportveranstaltung nach den Olympischen Spielen für 2029 nach Deutschland zu holen. Die World Games zeichnen sich von Anbeginn durch einen hohen Nachhaltigkeitsfaktor aus, denn alle Wettbewerbe dürfen nur in bereits bestehenden Sportstätten ausgetragen werden, so dass das Wettkampfprogramm für jede World-Games-Edition den Bedingungen der Ausrichterstadt angepasste Modifikationen erfährt. Das IOC hat sich dieses Modell zu eigen gemacht und praktiziert ein vergleichbares Muster erstmalig bei den bevorstehenden Spielen in Paris.

Bemerkenswert und kaum gewürdigt war weiterhin das erfolgreiche Abschneiden von Team D, das sich maßgeblich aus Sportlerinnen und Sportlern der NOV zusammensetzte, bei den World Games 2022 in Birmingham, Al. (USA), wo ein überragender erster Platz im Medaillen-Ranking und in der Nationenwertung erreicht wurde. Hier fungierte Oliver Stegemann als umsichtiger Delegationsleiter – zum ersten Mal war überhaupt mit ihm ein DOSB-Präsidiumsmitglied bei World Games zugegen.

Die Sprechergruppe ist in großer Sorge, ob und inwieweit sich das für die NOV erfolgreiche Wirken von Oliver Stegemann im Präsidium in geeigneter Form sicherstellen lässt. Wir wünschen uns eine Fortsetzung des eingeschlagenen Weges, der zu einer angemessenen, aber noch nicht erreichten Berücksichtigung der NOV im leistungssportlichen Gefüge des DOSB führen müsste unter erkennbarer Wertschätzung der Leistungsbeiträge unserer Sportlerinnen und Sportler und nachhaltiger Förderung der vorhandenen Potenziale. Gerne würden wir mit Präsidiumsverantwortlichen ins Gespräch kommen, um eine Vorstellung über das geplante weitere Vorgehen zu erhalten und unsere Bereitschaft zur Mitwirkung an dieser neu und unverhofft entstandenen Herausforderung anzubieten. Wir hoffen, dass unser Vorschlag wohlwollende Beachtung findet.

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